Die erste Untersuchungs- und Operationskampagne des Jahres 2026 führt das Team der Augenhilfe Afrika vom 4. bis 9. Februar nach Bamendjou im Westen Kameruns. Der Ort liegt im Departement Hauts-Plateaux, etwa 15 Kilometer südwestlich der Regionalhauptstadt Bafoussam.

Ein König als Schirmherr und Patient
Bamendjou ist tief in kamerunischen Traditionen verwurzelt. An der Spitze steht Fo’o Sokoudjou, der bereits seit 1953 regiert und als „lebendes Monument“ gilt. Der heute 90-Jährige ist weit über die Grenzen der Region hinaus als moralische Autorität bekannt. Unsere Augenärzte Prof. Dr. Giles Kagmeni und Dr. Raoul Cheuteu verbindet eine lange Geschichte mit dem Monarchen: Prof. Kagmeni operierte ihn bereits vor Jahren in Yaoundé erfolgreich am Grauen Star. Sein 90. Geburtstag im Februar bietet nun den willkommenen Anlass, eine Hilfskampagne direkt in seinem Herrschaftsgebiet durchzuführen.




Kultur und Landschaft am Rande der Ring Road
Die Region besticht durch ihre kulturelle Identität. Nördlich von Bamendjou beginnt das Gebiet der berühmten „Ring Road“, die während der deutschen Kolonialzeit angelegt wurde und durch traditionsreiche Königreiche führt. Viele der dortigen Paläste beherbergen außergewöhnliche Museen, die vor allem mit deutscher und italienischer Unterstützung aufgebaut wurden. Auch landschaftlich ist die Gegend reizvoll – von der mühsamen Sandgewinnung in den Flüssen bis hin zum eindrucksvollen Wasserfall Chute de la Métché. Trotz dieser touristischen Potenziale befindet sich das Krankenhaus von Bamendjou erkennbar in einer strukturschwachen und wirtschaftlich benachteiligten Region.


Ein neues Team für eine große Aufgabe
Da ein Teil des Stammpersonals zeitgleich bei einer Kampagne in Äquatorialguinea im Einsatz ist (siehe Beitrag auf dieser Website vom 18. Februar) und auch Dr. Raoul Cheuteu verhindert ist, ruht die Hauptlast der Organisation in Bamendjou auf den Schultern von Prof. Dr. Giles Kagmeni. Ihm gelingt es jedoch, ein schlagkräftiges neues Team aufzustellen: Die Augenärzte Dr. Dim Bassi, Dr. Dahlia Sina und Dr. Chantale Nanfack verstärken den Einsatz. Unterstützt werden sie von drei angehenden Fachärzten – darunter Dr. Ariel Nyatchou – sowie erfahrenem Pflegepersonal.



Nach der Ankunft im Bezirkskrankenhaus bereitet Prof. Kagmeni die Infrastruktur vor: Er legt Patientenwege fest, richtet die Apotheke sowie den Optikbereich ein und sterilisiert eigenhändig den Operationssaal.

Rekordverdächtiger Andrang
Schon am ersten Morgen strömen die Menschen herbei. Das Team führt allein am Eröffnungstag 307 Untersuchungen durch – bis zum Ende der Kampagne steigt diese Zahl auf beeindruckende 718 an. Um Verwechslungen auszuschließen, erhält jeder für eine OP vorgesehene Patient zur Sicherheit ein kleines Pflaster neben das betroffene Auge.





Dank zweier verfügbarer OP-Tische und Mikroskope können Prof. Kagmeni und Dr. Bassi parallel operieren, was die Wartezeiten verkürzt und den Durchsatz erhöht. Insgesamt führen sie 84 Operationen am Grauen Star (Katarakt) durch. Der „Aufwachraum“ nach dem Eingriff ist spartanisch: Die Patienten erholen sich auf den Sitzbänken des Klinikflurs – mehr gibt die lokale Infrastruktur nicht her.



Ein neues Leben durch besseres Sehen
Die Freude der Patienten ist greifbar. Während einige ihre Erleichterung noch hinter einem „Pokerface“ verbergen, strahlen andere sichtlich über die neue Perspektive. Besonders wichtig ist die Hilfe auch für Betroffene mit Albinismus, die aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit häufig unter schweren Sehproblemen leiden.





Zum Abschluss erhält jeder Patient eine postoperative Kontrolle sowie notwendige Medikamente. Insgesamt verteilt das Team 950 Medikamentenpackungen und 149 Lesebrillen. Letztere sind einfache Hilfsmittel, bewirken aber oft Wunder und geben den Menschen ihre Selbstständigkeit im Alltag zurück.
Ihre Spende macht den Unterschied.
Erfolge wie in Bamendjou sind nur möglich, weil Spender diese Arbeit unterstützen. Expertise und ehrenamtliches Engagement der Ärzte allein reichen nicht aus; Medikamente, Linsen und Logistik müssen finanziert werden.

Jeder Euro hilft unmittelbar vor Ort in Afrika. Da wir sämtliche Verwaltungs- und Nebenkosten nachhaltig über unsere Mitgliedsbeiträge decken, fließt Ihre Spende zu 100 % in die medizinische Hilfe.
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