Im Januar 2026 besuchte unser Mitglied Günter Thoren erneut Namibia. Neben dem fachlichen Austausch mit lokalen Medizinern stand diesmal ein besonderes Treffen auf der Agenda: Die Zusammenführung von Diplomatie und humanitärer Hilfe.
Ein Mittagessen mit Weitblick
In Windhoek bot sich für Günter Thoren die Gelegenheit, den deutschen Botschafter, Dr. Thorsten Hutter, persönlich kennenzulernen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel-Restaurant Stellenbosch brachte er den Botschafter mit den namibischen Augenärzten Dr. Helena Ndume und Dr. Ernst van der Merwe zusammen.

Dr. Helena Ndume ist in Namibia eine Legende. Die in Leipzig ausgebildete Medizinerin organisiert seit 1997 die sogenannten „Eye Camps“. Mit bisher rund 38.000 Operationen am Grauen Star hat sie unzähligen Menschen das Augenlicht zurückgegeben. In ihrer Heimat wird sie ehrfürchtig „Namibias Miracle Doctor“ genannt – sogar ein Schiff wurde nach ihr benannt.



Brücken bauen für die Zukunft
Nach der Übergabe von Fotobüchern über das Eye Camp in Onandjokwe entwickelte sich ein lebhafter Austausch. Im Fokus standen die Arbeit der Ärzte und die neu angelaufene Unterstützung durch die Augenhilfe Afrika. Botschafter Dr. Hutter zeigte sich tief beeindruckt vom Lebenslauf Dr. Ndumes und dem Engagement unseres Vereins. Für die Mediziner wiederum öffnete der direkte Kontakt zur Botschaft wichtige Türen für die zukünftige Zusammenarbeit.
Projekt-Update: Es geht voran!
Natürlich nutzte Günter Thoren die Reise auch, um den Fortschritt unserer aktuellen Projekte zu besprechen:
- OP-Mikroskop für Onandjokwe: Die Finanzierung durch eine Spende der „Anita Keijzer Stiftung“ steht, die Bestellung erfolgt unmittelbar.
- Kindgerechte Ausstattung in Rundu: Dank der „Stiftung Kinder sollen sehen“ ist auch hier das erforderliche Geld vorhanden. Ein Gerätetransport mit gespendeter Ausstattung ist bereits auf dem Weg zum Hafen von Walvisbay.
- Mobile Optikerwerkstatt in Oshakati: Unsere Vorstandsmitglieder und Augenoptikermeister Max Heinrichs und Peter Huppertz arbeiten bereits eng mit dem verantwortlichen Kollegen vor Ort an der Detailplanung.


Ein zweites Wunder in Swakopmund
Abseits der Augenheilkunde gab es ein weiteres Erfolgserlebnis: In Swakopmund besuchte Günter den ehemaligen U17-Nationalspieler Gilroy „Gily“ Karunga. Dank privat aufgebrachter Mittel konnte Gily nach fünf Jahren Leidenszeit erfolgreich am Knie operiert werden.



Gily arbeitet als Hausvater im Projekt „Blue Heaven“ (Teil des Vereins Dein Ball für Namibia e.V.). Der Verein bietet Kindern aus schwierigen Verhältnissen ein sicheres Zuhause, Bildung und sportliche Perspektiven. Dass Gily nun wieder schmerzfrei gehen und bald vielleicht sogar wieder Fußball spielen kann, ist ein bewegendes Zeichen der Hoffnung.


Ein inspirierendes Fazit
Initiator Tony Daugals leitet seine Arbeit mit einem Zitat von Alexander von Humboldt:
„Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben.“
In diesem Sinne wünschen wir Tony weiterhin viel Erfolg, Gily eine vollständige Genesung und unseren Partnerärzten Dr. Helena Ndume und Dr. Ernst van der Merwe Kraft für ihre unermüdliche Arbeit gegen die vermeidbare Blindheit. Die Augenhilfe Afrika bleibt stolzer Partner an ihrer Seite.
Abschließende Bemerkung: Natürlich wurden weder für Günters Reise, noch für die Bezahlung des Mittagessens und der Fotobücher Spendengelder verwendet. Jeder gespendete Euro geht zu 100% ungekürzt in unsere Arbeit in Afrika.