Nachhaltige Verbesserung für die Patienten in Mora

Die dritte von der Augenhilfe Afrika gebaute Augenklinik in Mora – hoch im Norden Kameruns – leidet seit ihrer Eröffnung darunter, dass vor Ort bisher kein fest installierter Augenarzt verfügbar ist. Die bisherige Übergangslösung: Etwa alle zwei Monate flog ein Augenarzt aus der Hauptstadt Yaoundé ein, um die anstehenden Operationen durchzuführen – ein extrem aufwändiges und kostspieliges Verfahren.

Nun haben wir eine nachhaltige Lösung für alle Patientinnen und Patienten gefunden, die einen chirurgischen Eingriff benötigen: Unser langjähriger Partner und Freund Dr. Raoul Cheuteu hat eine enge Zusammenarbeit mit dem Augenchirurgen Dr. Tikam vereinbart. Dr. Tikam arbeitet im Krankenhaus von Mokong, das etwa zwei bis drei Fahrstunden von Mora entfernt in der Nähe von Mokolo liegt. In Mokolo hatten mein Bruder Günter und ich bereits im November 2022 eine Operationskampagne begleitet (siehe Bericht „OP-Kampagne in Mokolo“ vom Dezember 2022 auf dieser Website).

Ab sofort reist Dr. Tikam monatlich nach Mora, um die anstehenden Eingriffe vorzunehmen. Das verbessert die medizinische Versorgung vor Ort entscheidend und reduziert die Kosten erheblich, da die teuren Flüge aus Yaoundé entfallen.

Mitte September 2026 war es so weit: Dr. Tikam operierte zum ersten Mal in Mora. Das lokale Team hatte den Einsatz hervorragend vorbereitet, die Patienten einbestellt, den OP-Saal gerichtet und den gesamten Ablauf strukturiert.

Wartende Patienten vor ihrer Behandlung
Dr. Tikam untersucht mit der Spaltlampe eine Patientin, …
… die an einem klassischen Grauen Star leidet.

Insgesamt warten an diesem Tag 14 Patientinnen und Patienten auf ihren Eingriff – bei allen liegt ein Grauer Star (Katarakt) vor. Pro Behandlungstermin wird jeweils nur ein Auge operiert. Dies ist die sicherste medizinische Praxis. Da die Klinik in Mora dauerhaft betriebsbereit ist und Dr. Tikam nun jeden Monat wiederkommt, ist dies auch für beidseitig erblindete Menschen kein Nachteil: Sie erhalten ihren zweiten Eingriff einfach beim nächsten Termin.

Bei unseren mobilen OP-Kampagnen in entlegenen Regionen verhält sich dies anders: Dort gibt es für die Betroffenen meist nur eine einzige Chance. Deshalb geht unser Augenarzt und Partner Prof. Dr. Giles Kagmeni bei diesen Kampagnen seit rund zehn Jahren im Bedarfsfall dazu über, beide Augen in einer Sitzung zu operieren – bisher stets mit Erfolg und ohne Komplikationen. Wo immer es möglich ist, bleibt die schrittweise Behandlung einzelner Augen jedoch der bevorzugte Weg.

Die Operationen in Mora beginnen.
Voll konzentriert: Dr. Tikam bei der Arbeit …
… an einem Grauer-Star-Patienten.
Gut zu erkennen: Die milchig getrübte Linse kurz vor der Entfernung.

Alle 14 Operationen verlaufen komplikationslos. Im Anschluss versammeln sich die frisch operierten Patientinnen und Patienten gemeinsam mit Dr. Tikam und dem lokalen Klinikteam für ein Erinnerungsfoto.

Gruppenfoto der 14 erfolgreich operierten Patientinnen und Patienten

Es gibt noch unzählige erblindete und sehbehinderte Menschen in Armut, denen wir das Augenlicht und damit ein selbstbestimmtes Leben zurückgeben möchten. Wenn Sie die Arbeit der Augenhilfe Afrika in Kamerun, Namibia und Uganda unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihre Spende. Jeder Euro fließt direkt und ohne Abzüge in unsere Projekte vor Ort.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!