Einsatz im Krisengebiet: Weitere 98 Augen in Kumba operiert

Vom 17. bis 21. März 2026 führt die Augenhilfe Afrika ihre bereits zweite Operationskampagne des laufenden Jahres durch. Der Ort des Geschehens, Kumba im Südwesten Kameruns, kommt aufmerksamen Lesern sicher bekannt vor: Nach Januar 2024 und Juli 2025 ist unser Team dort nun bereits zum dritten Mal im Einsatz.

Kumba liegt im Südwesten Kameruns.
Dr. Raoul Cheuteu vor dem Kumba Hospital

Ein Lichtblick im Krisengebiet

Kumba ist die Hauptstadt des Departements Mémé in der „Southwest Region“. Seit 2016 herrscht hier ein verheerender Bürgerkrieg. Die Zivilbevölkerung trägt die Hauptlast der Gewalt. Tausende Menschen verlieren ihr Leben, Hunderttausende sind auf der Flucht. Während dieser Konflikt in den deutschen Medien kaum Beachtung findet, ist die Not vor Ort täglich greifbar.

Dass wir trotz der gefährlichen Sicherheitslage helfen können, verdanken wir einer besonderen Konstellation: Der kamerunische Premierminister stammt selbst aus dieser Region und ist seit vielen Jahren ein Patient unseres Augenarztes Dr. Raoul Cheuteu. Er erklärt sich bereit, persönlich die Gewähr für die Sicherheit unseres Teams in Kumba zu übernehmen. Über die Details der Maßnahmen soll hier nicht berichtet werden.

Effiziente Vorbereitung: Der Weg zur OP

MTA Clara Lemondem
Prof. Dr. Giles Kagmeni …
… bei einer Augenuntersuchung mit der Spaltlampe

Damit die Zeit vor Ort optimal genutzt werden kann, leistet die MTA und Leiterin der Augenabteilung in Kumba, Clara Lemondem, wertvolle Vorarbeit. In einer einwöchigen „Outreach-Aktion“ im knapp 200 km entfernten Footem führt sie 287 Augenuntersuchungen durch. Dabei identifiziert sie 60 Katarakt-Fälle, die nun während der Kampagne in Kumba operiert werden.

Diese Patienten warten …
… auf Ihre OP.
Hier ist der Graue Star gut zu erkennen.

Zusammen mit den Patienten vor Ort steigt die Zahl auf insgesamt 98 Augenoperationen. Die hinzukommenden lokalen Patienten aus Kumba und Umgebung waren schon lange vor der Kampagne untersucht und für eine OP ausgewählt worden.

Das Verhältnis operierter Frauenaugen zu Männeraugen beträgt überraschenderweise fast exakt 2:1. Die Frauen sind also weit in der Überzahl.

Die Bilanz der Kampagne:

  • 98 Operationen am Grauen Star geben den Menschen ihr Sehvermögen zurück.
  • 36 maßgeschneiderte Brillen werden direkt vor Ort angefertigt.
  • 120 Brillenfassungen und 80 Korrekturgläser werden dem Krankenhaus für Schüler und Bedürftige zur Verfügung gestellt.
Diese Patientin freut sich über eine schicke neue Brille.

Das Team im Einsatz

Unser Team in Kumba

Unter der Leitung von Prof. Dr. Giles Kagmeni und Dr. Raoul Cheuteu arbeitet ein eingespieltes Team: Assistenzarzt Dr. Esengue, unser bewährter MTA Fred Chilla, Krankenpfleger Alain Ashu sowie zwei weitere lokale Kräfte.

Dr. Raoul Cheuteu bei der Anästhesie …
… und Prof. Dr. Giles Kagmeni (r.) am OP-Tisch

Viele Patienten nehmen weite Wege auf sich und übernachten in der Klinik auf improvisierten Matratzenlagern, um die Chance auf ein neues Leben mit Sehkraft zu erhalten.

Das improvisierte Matratzenlager

Der Moment der Wahrheit: Ein neues Leben beginnt

Als Erstes am Morgen nach der Operation herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in der Klinik. Alle warten angespannt auf die Abnahme der Verbände. Es ist still, doch die Hoffnung und die Nervosität der Patienten sind förmlich greifbar. Für viele von ihnen bedeutet dieser Tag nicht nur medizinische Heilung, sondern den Beginn eines völlig neuen Lebens.

Diese Patienten …
… haben Ihre OP hinter sich …
… und hoffen, bald wieder sehen zu können.

 

 

 

 

Glückliche Patienten

Nach Abnahme der Verbände sind die Patienten erkennbar in ausgezeichneter Stimmung und sehen ihrer Zukunft erwartungsvoll entgegen.

Schicksale, die bewegen

Die elfjährige Flavour kann endlich sehen – Flavour Suh leidet an einem beidseitigen, angeborenen Grauen Star. Die Welt ist für sie bisher nur ein Nebel.

Flavour Suh wird …
… von Prof. Dr. Giles Kagmeni untersucht …
… und von Dr. Raoul Cheuteu auf ihre OPs vorbereitet.
Bald beginnt Flavours OP.
Prof. Dr. Giles Kagmeni operiert Flavour Suh.
Ihre beidseitige OP ist erfolgreich abgeschlossen.
Dr. Raoul Cheuteu mit Flavour Suh kurz nach deren OP.

Nach der erfolgreichen Operation kann sie am nächsten Tag endlich richtig sehen – ein überwältigender Moment für das Mädchen und das gesamte Team.

Dr. Raoul Cheuteu mit Flavour Suh am Tag danach. Flavour kann endlich richtig sehen.

Rettung in letzter Sekunde: Martina Tandem – Ein besonders ungewöhnlicher Fall ist derjenige der 14-jährigen Martina Tandem. Sie liegt bereits mit einer Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis) auf der Kinderstation, als der Kinderarzt ein krankhaftes Hervortreten des Augapfels feststellt.

Martina Tandem mit Dr. Raoul Cheuteu
Das Ergebnis des intrazerebralen CT-Scans

Unsere Augenärzte diagnostizieren den Verdacht auf ein seltenes Cavernous-Sinus-Syndrom. Für die lebensnotwendige Diagnostik und Behandlung fehlen der Familie jedoch jegliche finanzielle Mittel.

Dr. Raoul Cheuteu bereitet Martina Tandem auf ihre OP vor, die gut gelingt.

Die Augenhilfe Afrika übernimmt die Kosten von etwas mehr als 500 Euro. Nur eine Woche später erreicht uns die Nachricht: Das Mädchen erholt sich gut und ist außer Lebensgefahr.

Ihre Spende rettet Lebensqualität

Diese Beispiele zeigen eindrücklich, was wir mit vergleichsweise überschaubarem finanziellen Einsatz in Afrika erreichen können. Jeder gespendete Euro fließt unmittelbar in unsere Arbeit vor Ort, da alle Verwaltungs- und Nebenkosten komplett über unsere Mitgliedsbeiträge abgedeckt sind.

Helfen Sie mit, den Menschen in Afrika zu helfen. Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung!