Ein eigenes OP-Mikroskop für das Hospital in Onandjokwe, Namibia

Großer Fortschritt für die Augenmedizin im Norden Namibias: Dank einer gezielten Investition der Augenhilfe Afrika e.V. können die Ärztinnen und Ärzte im Onandjokwe-Hospital Patientinnen und Patienten mit Grauem Star ab sofort dauerhaft und direkt vor Ort operieren.

Der Engpass nach dem Eye Camp

Während unseres Namibia-Besuchs im September 2025 verbrachte ich gemeinsam mit meinem Bruder Günter einige Tage beim Eye Camp in Onandjokwe. Unter der Leitung der namibischen Augenärzte Dr. Helena Ndume und Dr. Ernst van der Merwe operierte ein großes Team parallel an fünf Tischen.

Das Problem: Nach der intensiven, einwöchigen Kampagne wurde die gesamte medizinische Ausrüstung – inklusive der OP-Mikroskope – wieder abgebaut und abtransportiert. Zurück blieben die beiden in Onandjokwe fest stationierten Augenärzte – allerdings komplett ohne OP-Mikroskop. Damit waren sie schlagartig wieder blockiert und konnten die dringend notwendigen Katarakt-Operationen im Alltag nicht mehr durchführen.

Ein Hilferuf mit Wirkung

Die junge Ärztin Dr. Letha Usko, die dem Volk der Himba angehört, hatte mich in einem eindringlichen Gespräch auf diesen Zustand aufmerksam gemacht und uns um Unterstützung gebeten. Die Situation schien mir fast unglaublich, doch der Bedarf war eindeutig. Wir nahmen die Aufgabe sofort in unsere To-do-Liste auf (wie im Beitrag vom 9. Oktober 2025 auf dieser Website bereits berichtet).

In diesem Gespräch im September 2025 hatte Dr. Letha Usko das Thema „Fehlendes OP-Mikroskop“ platziert.

Erfolgreiche Inbetriebnahme im Juni 2026

Der Vorstand der Augenhilfe Afrika e.V. fackelte nicht lange und beschloss die Finanzierung eines modernen OP-Mikroskops für das Hospital. Nach sorgfältiger Klärung aller technischen Details und der genauen Ausstattung war es am 18. Juni 2026 so weit: Das Gerät wurde angeliefert, erfolgreich installiert und in Betrieb genommen.

Laut dem verantwortlichen, aus Äthiopien stammenden Augenarzt Dr. Zerihun Mekonnen Hailu funktioniert das Mikroskop tadellos. Er konnte damit bereits die ersten erfolgreichen Operationen durchführen.

Nachhaltige Hilfe vor Ort: Dr. Zerihun Mekonnen Hailu operiert am neuen Mikroskop, Dr. Letha Usko assistiert.
Dr. Zerihun Mekonnen Hailu

Ein Meilenstein für die Region

Mit dieser Anschaffung ist ein wesentlicher Fortschritt für die augenmedizinische Versorgung in Namibia erreicht. Die in Onandjokwe stationierten Augenchirurgen sind nun endlich unabhängig. Sie müssen nicht mehr mitsamt ihren Patienten zu weit entfernten Kliniken reisen, sondern können die vielen anstehenden Fälle von Grauem Star direkt vor Ort versorgen – eine enorme Erleichterung für die Betroffenen und ein großer Schritt hin zu einer dauerhaften Struktur.