Besuch unserer drei Augenkliniken in Kamerun

Bei der Gründung der Augenhilfe Afrika im September 2013 war das erklärte Ziel, die beiden kamerunischen Augenärzte Dr. Raoul Cheuteu und Dr. Giles Kagmeni bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit in augenärztlich unterversorgten, ländlichen Gebieten in Kamerun und den Nachbarländern zu unterstützen. Dazu wurde 2014 eine mobile Augenklinik installiert, die bereits 2015 um eine mobile Augenoptikerwerkstatt ergänzt werden konnte.

Inzwischen hat die Augenhilfe Afrika mit dieser mobilen Klinik in Kamerun mehr als 2.200 Augenoperationen durchgeführt – hauptsächlich am Grauen Star. Darüber hinaus verdanken uns über 800 Menschen mit Sehbehinderungen eine maßgeschneiderte Brille, die ihnen ein großes Stück Lebensqualität zurückschenkt.

An den Bau einer oder gar mehrerer Augenkliniken hat in der Anfangszeit niemand gedacht – das lag jenseits unserer Vorstellungskraft. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit. Im Jahr 2019 begannen wir, uns intensiv mit dem Bau einer Klinik in Ambam, im tiefen Süden Kameruns, zu beschäftigen. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Else Kröner-Fresenius-Stiftung wurde aus dem anfangs vagen Plan Realität: 2021 ging die Klinik in Ambam in Betrieb. Schon 2023 folgte unsere zweite Augenklinik in der Hauptstadt Yaoundé, und wiederum zwei Jahre später, im September 2025, wurde die dritte Klinik in Mora im Norden des Landes eröffnet.

Zuletzt war ich gemeinsam mit meinem Bruder Günter im November 2022 in Kamerun. Damals war der Bau in Yaoundé zwar weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. In Mora gab es noch gar nichts – dort durften wir im Rahmen unseres Besuchs erst die formelle Grundsteinlegung feiern. Einzig die Klinik in Ambam war damals schon in Betrieb.

Jetzt, im Mai 2026, stand die Reise im Zeichen der Bestandsaufnahme: Wir wollten die drei fertigen Augenkliniken genau in Augenschein nehmen, um zu sehen, wo und mit welchen Maßnahmen wir nachschärfen müssen. Erneut machte ich mich gemeinsam mit meinem Bruder Günter auf den Weg. Mit Brussels Airlines ging es von Brüssel aus direkt nach Yaoundé.

Lage unserer drei Augenkliniken in Kamerun: 1 Ambam, 2 Yaoundé, 3 Mora

Ein überraschender Empfang in Yaoundé

Nach der Landung in Yaoundé, noch vor der Pass- und Visakontrolle, passierte etwas Ungewöhnliches: Auf der Treppe hinunter zum Kontrollbereich kam mir gezielt ein uniformierter Polizist entgegen. Er hielt mir sein Handy vor das Gesicht und zeigte mir ein Foto von mir selbst in grüner Schützenuniform – und freute sich königlich über meinen verblüfften Blick! Das zweite Foto zeigte Dr. Raoul Cheuteu, unseren kamerunischen Augenarzt und Freund.

Da wusste ich Bescheid: Raoul hatte einen Bekannten bei der Flughafenpolizei gebeten, unser ganz persönliches Empfangskomitee zu spielen. Der Polizist lotste uns anschließend souverän und in Rekordzeit durch sämtliche Kontrollen – ein ungemein angenehmer Start für uns.

Viele Plakate erinnern in Yaoundé an den Besuch von Papst Leo XIV im April.

Erste Station: Die neue Klinik in Mora (Nord-Kamerun)

Am nächsten Morgen ging es direkt zurück zum Flughafen. Unsere Reise sollte im Norden in Mora weitergehen. Die Distanz dorthin ist so erheblich, dass ein Inlandsflug unumgänglich ist. Zu unserer aus Dr. Cheuteu, Günter und mir bestehenden Reisegruppe stieß als weiterer Teilnehmer der Augenarzt Dr. Gabriel Kouogan, der in Homburg an der Saar studiert hat und fließend Deutsch spricht. Ich kenne ihn noch von unserer OP-Kampagne 2017 in Eséka, wo er Dr. Giles Kagmeni vertreten hatte. Er sollte auch diesmal in Mora augenchirurgisch aktiv werden.

Am Schalter folgte der erste Dämpfer: Unser Flug nach Maroua wurde kurzerhand auf den nächsten Tag verschoben. Damit war unser mühsam ausgetüftelter Terminplan schlagartig Makulatur. Doch Dr. Cheuteu bewies Verhandlungsgeschick: Nach intensiven Gesprächen am Schalter organisierte er uns kurzfristig Bordkarten für einen unmittelbar bevorstehenden Flug nach Garoua.

Links Günter Thoren und daneben der Autor. Dahinter Dr. Gabriel Kouogan und rechts Dr. Raoul Cheuteu

Garoua liegt allerdings ein gutes Stück südlich von unserem eigentlichen Ziel Maroua. Über die Fluggesellschaft Camair organisierte Dr. Cheuteu ein Auto samt Fahrer für die nun notwendige, dreistündige Autofahrt – eine sicherere Alternative zum regulären Taxi. Als unser Fahrer unterwegs in einer uns unbekannten Lokalsprache zu telefonieren begann, unterband Dr. Cheuteu das sofort. Niemand sollte wissen, wo wir uns gerade befanden – vor allem nicht die Terrororganisation Boko Haram, die in Nigeria und im Norden Kameruns nach wie vor sehr aktiv ist. Zwei europäische Geiseln wären für sie ein gefundenes Fressen gewesen.

Auf dem Weg von Garoua nach Maroua
Straßenszene unterwegs

In Maroua angekommen, bezogen wir Quartier im Relais Porte Mayo. Im wunderschönen Hotelgarten gesellte sich Mme Aïchatou Salí zu uns. Sie ist in dieser Region tief verwurzelt und hat seinerzeit das Baugrundstück für die neue Augenklinik in Mora zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat sie unendlich viel Energie, Herzblut und auch eigenes Geld in das Projekt investiert.

Ein echtes Leuchtturmprojekt unter Extrembedingungen

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen folgte die einstündige Fahrt nach Mora. An den Kontrollposten trugen die Sicherheitskräfte nun Maschinenpistolen – ein Bild, das es früher hier nicht gab. Die Sicherheitslage hat sich offensichtlich deutlich verschärft.

Vor Ort angekommen, waren wir tief beeindruckt. Die neue Augenklinik in Mora ist augenmedizinisch und augenoptisch hervorragend ausgestattet. In einem riesigen, teils grenzüberschreitenden Einzugsgebiet besitzt sie ein absolutes Alleinstellungsmerkmal: Sie ist die einzige professionelle Anlaufstelle für blinde und sehbehinderte Menschen. Die von der Stiftung Lichtblicke in der Welt finanzierte Klinik ist schon jetzt ein echtes Leuchtturmprojekt. Auch die aus Sicherheitsgründen nachträglich errichtete Umfassungsmauer ist fertig; lediglich der Innenhof wartet noch auf seine Begrünung.

In Mora an der neuen Augenklinik angekommen
Der anstehende Operationstag in Mora ist mit Plakaten angekündigt.
Viele Patienten haben sich eingefunden.
Rückseite der Klinik

Während mein Bruder und ich die Räume und das Umfeld besichtigten, untersuchte das medizinische Team bereits die Scharen an wartenden Patienten. Dabei stießen wir schnell auf das größte Problem vor Ort: die Stromversorgung. Das öffentliche Netz liefert in Mora i.d.R. nur für zwei bis drei Stunden am Tag Strom. Ein Dieselgenerator ist daher unverzichtbar.

Leider stellte sich das vorhandene Gerät als völlig unterdimensioniert heraus: Es reichte nicht einmal aus, um die Spaltlampe und das OP-Mikroskop gleichzeitig zu betreiben. An die Nutzung der Klimaanlagen war überhaupt nicht zu denken. Bei geschätzten 40 Grad im OP-Saal bedeutete dies eine unvorstellbare körperliche Belastung für die Ärzte.

Ein dünnes Kabel führt vom völlig unterdimensionierten Dieselgenerator in den Untersuchungsraum.

Priorität 1: Die Anschaffung und Installation eines ausreichend dimensionierten, leistungsstarken Dieselgenerators für Mora hat für uns ab sofort oberste Priorität.

Augenuntersuchungen in vollem Gange
Letzte Vorbereitungen vor den OPs
Junge mit gut sichtbarem Grauen Star. Das betroffene Auge ist mit Pflaster markiert.

Das Schicksal des kleinen Kassoum

Ein Fall ging uns allen besonders nahe: der des knapp zweijährigen Kassoum Illou. Er leidet an einem angeborenen, beidseitigen Glaukom (Grüner Star). Unbehandelt führt dies im Kleinkindalter rasch und unumkehrbar zur Erblindung. Ohne zeitnahe Operation würde der Junge also für sein ganzes weiteres Leben blind sein. In Mora konnte der notwendige Eingriff unter Vollnarkose jedoch nicht durchgeführt werden, und die Familie ist so arm, dass sie sich nicht einmal einfachste Medikamente leisten kann.

Die Augenhilfe zögerte nicht: Wir beschlossen spontan, die kompletten Behandlungskosten zu übernehmen. Nur wenige Tage nach unserem Besuch reiste Kassoum mit seiner Mutter und unserem Krankenpfleger Faiçal im Bus nach Yaoundé. Am 28. Mai wurde der kleine Junge dort erfolgreich operiert. Sogar das kamerunische Fernsehen berichtete über diese Rettung in letzter Sekunde. In den kommenden Monaten stehen engmaschige Kontrollen an; im Oktober folgt die Skiaskopie (Schattenprobe zur Bestimmung der Sehschärfe), um ihm seine erste Brille anzupassen. Für Kassoum hat ein neues Leben begonnen.

Knapp zweijähriger Kassoum Illou mit angeborenem beidseitigem Glaukom

Die englische Fassung des Berichts über die OP von Kassoum Illou im kamerunischen Fernsehen

Improvisationstalent im OP-Saal

Kurz vor der ersten OP in Mora gab es das nächste Problem: Der OP-Tisch ließ sich nicht mehr in der Höhe verstellen – obwohl er zuletzt noch einwandfrei funktioniert hatte. Für Dr. Kouogan war es unmöglich, eine ergonomische Arbeitsposition einzunehmen. Die erste Patientin operierte er notgedrungen im Stehen, merkte aber schnell, dass er so nicht weiterarbeiten konnte.

Hier schlug die Stunde meines Bruders Günter: Der gelernte Schreinermeister entdeckte draußen im Hof einen großen Holztisch. Er sägte die Beine millimetergenau ab, ließ die Konstruktion als Podest in den OP-Saal tragen und stellte Dr. Kouogans Hocker darauf. Das Problem war gelöst, der Arzt saß perfekt am Mikroskop.

Dr. Gabriel Kouogan operiert. Das inzwischen installierte Holz-Podest ist gut sichtbar.
Frisch operierte Patienten

Die ungeplanten Verzögerungen kosteten viel Zeit. Erst um 21:40 Uhr konnte Dr. Kouogan die 24. und letzte Operation des Tages erfolgreich beenden. Nach dem Aufräumen kamen wir gegen 23:00 Uhr hungrig in Maroua an. Die Hotelküche hatte längst geschlossen. Entlang der Hauptstraße suchten wir nach einem offenen Grillstand und wurden fündig: Bei leckeren Hühnerteilen und erfreulicherweise kaltem Bier ließen wir den Tag in gemütlicher Runde am Straßenrand ausklingen. Erst gegen 1:00 Uhr nachts fielen wir erschöpft ins Bett.

Glückliche Gesichter am Tag danach

Am nächsten Morgen ging es zurück nach Mora zur Visite. Der Reihe nach wurden die Verbände abgenommen – ein Moment purer Emotionen. Ein Patient, dem Dr. Kouogan bereits im Dezember das erste Auge operiert hatte, bekam nun den Verband des zweiten Auges abgenommen. Er war außer sich vor Freude, dass er wieder voll sehen kann.

Dr. Cheuteu und Dr. Kouogan untersuchten jedes Auge akribisch mit der Spaltlampe – alle OPs waren ohne Komplikationen verlaufen. Draußen vor der Klinik erklärte Dr. Cheuteu den Patienten die Nachsorge-Medikamente. Da viele von ihnen kein Französisch oder Englisch sprechen, assistierten Übersetzer für die lokalen Sprachen Mandara, Fulfulde und Mokolo.

Patienten warten gespannt auf Abnahme der Verbände.
Verband wird entfernt.
Auch der angesprochene Junge mit dem Grauen Star hat seine OP ohne Komplikation überstanden.
Dr. Raoul Cheuteu erklärt Gebrauch der Nachsorge-Medikamente.

Am Nachmittag gab es ein wunderbares Wiedersehen: Haoua Yousuffa und ihre Söhne Ibrahim und Mohammed besuchten uns. Alle drei litten unter dem extrem seltenen, in ihrem Fall offensichtlich genetisch bedingten Christmas Tree Cataract (Weihnachtsbaum-Grauer-Star). In den Jahren 2013, 2014 und 2020 hatten wir alle ihre sechs Augen unter teils widrigsten Umständen operiert – der kleine Mohammed musste wegen des Boko-Haram-Terrors sogar sechs Jahre auf die OP seines zweiten Auges warten. Ich selbst hatte die OPs im Jahr 2014 miterlebt. Es war überwältigend zu sehen, wie prächtig sich die Jungs seitdem entwickelt haben.

Haoua Yousuffa, Ibrahim und Mohammed nach ihren OPs 2014
Der Christmas Tree Cataract im linken Auge von Haoua Yousuffa vor ihrer OP 2014
Haoua Yousuffa, Ibrahim und Mohammed (l.) 12 Jahre später im Jahr 2026
Gruppenbild mit Dr. Raoul Cheuteu (M.) und Mme Aïchatou Salí (r.)

Zweite Station: Die Urwaldklinik in Ambam & der Grenz-Kiosk

Unser Rückflug nach Yaoundé verlief – abgesehen von einem Koffer, der kurzzeitig nach Douala fehlgeleitet wurde, aber abends wieder auftauchte – planmäßig. Am Folgetag fuhren wir mit dem Auto die 270 km lange Strecke nach Ambam. Ich kenne die Route gut, doch der Straßenzustand hinter Ebolowa hat sich massiv verschlechtert. Tiefe Schlaglöcher zwangen uns zu einer regelrechten Slalomfahrt.

Unterwegs nach Ambam

Die Augenklinik in Ambam entschädigte uns sofort: Sie befindet sich in einem exzellenten, blitzsauberen Zustand. Unser Klinikchef Anthony Akpeny (MTA) leistet hier sichtbare Spitzenarbeit.

Augenklinik in Ambam
Vor der Klinik
Augenoptikerbereich
Brillenschrank
OP-Saal

Ein genialer „Workaround“ gegen die Korruption

Mit unserem im Vorjahr angeschafften, gebrauchten Toyota Hilux fuhren wir weiter nach Kyi-Ossi im nahen Dreiländereck zu Gabun und Äquatorialguinea. Dort hat Anthony eine logistische Besonderheit ins Leben gerufen: einen kleinen medizinischen Kiosk, der jeden Freitag und Samstag mit Personal und Ausrüstung aus der Klinik in Ambam besetzt wird.

Unser Toyota Hilux

Der Hintergrund ist ebenso traurig wie geschäftstüchtig: Während der Corona-Pandemie waren die Grenzen geschlossen, was zu schmerzhaften Einnahmeeinbußen in Ambam führte. Mittlerweile sind die Grenzen zwar wieder offen, doch die korrupte kamerunische Polizei hat an den Zufahrtsstraßen nach Ambam zahlreiche Kontrollstellen errichtet. Jeder Reisende mit gabunischem oder äquatorialguineischem Pass wird dort systematisch abkassiert – mal werden 20.000, mal 5.000 FCFA verlangt (ca. 30 Euro bzw. 8 Euro). Auf dem Rückweg wiederholt sich das Spiel. Das System dahinter ist perfide: Da Polizisten im Vorfeld oft immense Schmiergelder zahlen müssen, um überhaupt eine der wenigen Stellen zu bekommen, holen sie sich dieses Geld später schlicht bei der Bevölkerung zurück.

Kyi-Ossi ist etwa 20 km von Ambam entfernt.

Weil die Patienten diese Abzocke verständlicherweise vermeiden wollen, erfand Anthony den Kiosk direkt an der Grenze. Hier werden die Patienten untersucht. Wird eine Sehhilfe benötigt, gibt er die Daten per Telefon nach Ambam weiter. Dort werden die Gläser geschliffen, und die fertige Brille wird zum Kiosk an der Grenze gebracht. So umgehen die Patienten die Polizeiposten und sparen viel Geld. Nur für Operationen müssen sie den Weg nach Ambam und damit die Schmiergelder zähneknirschend in Kauf nehmen. Ein ungewöhnlicher, aber extrem erfolgreicher Workaround.

Kiosk in Kyi-Ossi

Vor unserer Rückfahrt saßen wir noch mit Anthony und seinem Mitarbeiter Elvis zusammen. Ihr Wunsch ist es, Ambam technisch auf denselben modernen Stand wie Mora zu bringen – Anthony hatte das neue Equipment dort bei der Schulung des Personals schätzen gelernt. Wir prüfen nun, was finanziell machbar ist.

Dritte Station: Das neue Spitzenzentrum in Yaoundé

Zurück in der Hauptstadt können wir endlich unsere neue Klinik dort besichtigen. Das Gebäude macht einen hervorragenden, hochprofessionellen Eindruck. Im Eingangsbereich wird gerade die neue Augenoptikerwerkstatt final möbliert; Ende Juni soll dieser wirtschaftlich wichtige Bereich eröffnen.

Die Apparateausstattung in Yaoundé ist exzellent. Ein absolutes Highlight ist das neue, von der NGO WMF Barmherzigkeit finanzierte Retina-Zentrum (Netzhautzentrum). Es ist in seiner Spezialisierung einzigartig in der gesamten Region. Sorgen bereitet uns lediglich das altersschwache Zeiss-OP-Mikroskop, dessen Scharfstellung irreparabel beschädigt ist. Ein teurer Ersatz wird hier leider zeitnah nötig sein.

Günter Thoren und Dr. Raoul Cheuteu vor der Augenklinik in Yaoundé
Tafel am Eingang der Klinik
Dr. Raoul Cheuteu vor der Rezeption …
… und in einem der Untersuchungsräume
Dr. Vanessa Nguepnang bei der Untersuchung eines Patienten
Günter Thoren hilft bei Einräumen des Inventars im Augenoptikbereich.
So langsam nimmt der Optikerbereich Gestalt an.

Am Vormittag operierte Dr. Gabriel Kouogan auch hier mehrere Patienten. Begleitet wurde er von seinem Sohn Dr. Hermann Kouogan, der vor einem halben Jahr seine Facharztausbildung zum Augenarzt in Togo abgeschlossen hat. Der junge Kouogan mit dem schönen deutschen Vornamen durfte dann gemeinsam mit Dr. Vanessa Nguepnang einige Pterygium-OPs (Flügelfell-Operationen) durchführen. Es ist uns ein großes Anliegen, jungen afrikanischen Augenärzten die Chance zu geben, wertvolle Praxiserfahrung zu sammeln. Und das ist wegen der nahezu perfekten Ausstattung in der Klinik in Yaoundé ideal möglich. Auch in Afrika gilt die alte Weisheit: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Dr. Gabriel Kouogan operiert, und Dr. Raoul Cheuteu assistiert.
Dr. Vanessa Nguepnang operiert, und Dr. Hermann Kouogan assistiert.

Pünktlich zum Schützenfest

Am Abend brachte Dr. Cheuteu meinen Bruder Günter und mich durch den gewohnt chaotischen Verkehr zum Flughafen. Nach einem ruhigen Flug landeten wir morgens um 5:00 Uhr in Brüssel. Und gegen 9:00 Uhr kamen wir wohlbehalten wieder in Korschenbroich an.

Damit blieben mir exakt zwei Stunden bis zum traditionellen „Maiensetzen“ meines Schützenzugs Kiesköpp um 11:00 Uhr. Unges Pengste, das für mich schönste Schützenfest in meiner alten Heimat am Niederrhein, konnte beginnen – mit einem Kopf voller tiefer Eindrücke und der Gewissheit, dass die Arbeit der Augenhilfe Afrika genau dort ankommt, wo sie Leben in positiver Weise verändert.

Auch Sie persönlich, lieber Leser und liebe Leserin, können zur Verbesserung der Situation von Blinden und Sehbehinderten in Afrika beitragen. Spenden Sie auf unser Konto! Jeder Euro zählt.

Noch ein Hinweis: Natürlich haben mein Bruder und ich die beschriebene Reise aus der eigenen Tasche bezahlt. Denn 100% aller Spendengelder gehen ohne irgendwelche Abzüge in unsere Arbeit in Afrika. Auftretende Administrations- und Nebenkosten decken wir über unsere Mitgliedsbeiträge ab. Und Reisekosten zahlen wir selbst.